7. März 2025

Energieunabhängigkeit als Fundament für ein sicheres und souveränes Europa

Aktuell erleben wir eine umfassende geopolitische Neusortierung der Weltordnung von historischer Dimension. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Europa seine eigene wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stärke entwickeln muss. Dafür werden auf EU-Ebene wie auch in Deutschland derzeit bislang nie dagewesene Summen mobilisiert. Mit derselben Dringlichkeit wie für Verteidigung und Infrastruktur müssen aber auch die immensen Herausforderungen bei Klimaschutz und Klimaanpassung angepackt werden, denn auch diese sind zentrale Aspekte einer umfassenden Sicherheitspolitik.

Es ist daher richtig und wichtig, dass Deutschland jetzt auch mit Hilfe des Sondervermögens verstärkt in die nationale Infrastruktur investieren möchte. Dabei muss jedoch sichergestellt sein, dass mit Blick auf die angestrebten Klimaziele zum einen die neuesten Technologien zum Einsatz kommen und zum anderen umfassend auf Energieeffizienz und Energieeinsparungen geachtet wird. Es muss gelingen, nachhaltige und krisenfeste Verbrauchsstrukturen zu schaffen, die auch den zukünftigen klimapolitischen Herausforderungen gewachsen sind.

Denn unter den neuen Rahmenbedingungen wird die Unabhängigkeit der Energieversorgung immer wichtiger. Deutschlands Energiesystem muss daher schnell und umfassend im Einklang mit Europa resilienter und unabhängiger werden. Dafür ist der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Fortsetzung von Wärme-, Strom- und Verkehrswende dringend erforderlich. Denn die Energieunabhängigkeit ist ein zentraler Schlüssel zur Resilienz. Allein für den Import fossiler Energien gibt Deutschland jährlich rund 80 Milliarden Euro aus und ist dadurch wirtschaftlich höchst verwundbar. Diese Abhängigkeit wie auch jede zukünftige Abhängigkeit von Energieträgerimporten ist nachhaltig zu verringern.

Wir halten es daher für entscheidend, dass bei der Ausgestaltung des „Sondervermögens Infrastruktur“ neben der reinen Adressierung der Energienetze auch die Transformation der Verbrauchsstrukturen, zu denen die Industrie, die öffentlichen Einrichtungen wie auch der Gebäudesektor und der Verkehr zählen, in den Fokus genommen wird, um die Importabhängigkeit durch die Steigerung von Energieeffizienz und den Einsatz innovativer Technologien dauerhaft zu reduzieren.

Energieunabhängigkeit ist kein ökologisches Randthema, sondern eine zentrale wirtschafts- und sicherheitspolitische Notwendigkeit.